Thomas schreibt die Gedichte ...

 Thomas , der Schreiber

und Simone hat gemalt. :-)


Wurschtel

 


SEHNSUCHT


Manchmal weiß ich nicht mehr,
was ich noch glauben soll.
Mein Herz drückt so sehr.
Und die Seele ist übervoll.

Manchmal weiß ich nicht mehr,
wie es wohl geschah,
träumen fällt so schwer,
bin den Tränen so nah.

Ich zweifle dann an uns, an mir.
Kann ich dir genug geben?
Melancholie ist in mir,
ich kann nicht ohne Zweifel leben.

Dann wünschte ich, du wärst da,
nimmst meine Trauer in den Arm.
Sei mir bitte jetzt ganz nah
und halte mein Herz ganz warm.

Ich wünschte mir die alte Kraft zurück,
nimm meine Seele bei der Hand.
Treibe meine Zuversicht ein kleines Stück.
Zeig mir den Kurs, weg von der Wand.
(1996)




 

WENN DIE BLÄTTER FALLEN


Wie im Herbst fallen die Blätter
von dem Baum,
von dem wir gemeinsam pflanzten.

Der Sturm verwirbelt die Blätter,
reißt sie immer mehr vom Stamm,
wie Töne vom Baum unserer Beziehung.

Muß erst der Winter kommen,
auch das letzte Blatt verschwinden,
damit es einen Frühling geben kann?
(1998)

Blätter
Rudel





FREMDER, BEKANNTER
ODER
FREUND?

Wenn jemand meine Schritte abwartet,
Meine Spuren liest, meinen Kurs studiert,
Mit sicherem Abstand meiner Richtung folgt-
Dann ist es ein Fremder.

Wenn jemand meine Pfade kreuzt,
Große Reden über gemeinsame Wege führt,
Neugierde statt Interesse für meine Ziele zeigt-
Dann ist er ein Bekannter.

Wenn jemand mit mir geht,
Bei eisigem Wind selbst Ausschau hält,
Gemeinsam mit mir einen Weg sucht-
Dann ist er ein Freund.
(1998)



J A H R E





Was ist passiert in den Jahren,
wer hat uns die Flügel verklebt,
wann haben wir uns festgefahren?
Haben wir alle unsere Träume zerlebt?



Was hat uns die Leichtigkeit genommen,
wer wird noch den Abflug finden,
wann haben wir Flugangst bekommen?
Wollen wir uns nur noch im Alltag wiegen?



Was hat unsere Gefühle eingeschnürt,
wer hat uns den Mut zugeklemmt,
wann wurden wir durch Trägheit verführt?
Sind alle unsere Hoffnungen gehemmt?
(1996)



Hänger

Orangegelb



V E R T R A U T H E I T



Ich möchte in deine Seele schauen,
einen großen Schluck von deinem Lachen trinken,
würde gern mit dir auf Hoffnungen bauen,
möchte in deiner Welt versinken.



Um deine Ideen möchte ich mich ranken,
möchte mit deinen Träumen fliegen,
will diskutieren über Ziele, über Schranken,
zusammen den Pessimismus besiegen.



Über die Menschheit will ich mit dir streiten,
mich verknäulen in deinen Gedanken,
will reden über Wege, über Möglichkeiten
und neue Kräfte bei dir tanken.


kralle
Die Zwei







WORUM ES NICHT GEHT

Es geht nicht darum,
Mir zu erzählen, was ich hören will.
Ich möchte auf Deinen Gedanken reiten-
Bitte vertraue mir.

Es geht nicht darum,
Dass ich neugierig auf Peinlichkeiten bin.
Ich würde auch gerne Geheimnisse teilen-
Bitte vertraue mir.

Es geht nicht darum,
Zu funktionieren-warum nicht
Persönlichkeit mit Verständnis quirlen?
Bitte vertraue mir.

Es geht nicht darum,
Dass jeder in seinem Leben wandert.
Ich möchte in Deiner Welt reisen-
Bitte vertraue mir.

Blaukuschel



ZUKUNFT

Wir wollen uns im Wohlstand suhlen,
in unserer Selbstgefälligkeit treiben,
um den kleinsten Vorteil buhlen,
an unserem Luxus weiterschreiben.

In weiche Kissen wollen wir uns betten,
nach Bequemlichkeiten lauschen.
Auf den Untergang kann man schon wetten,
doch Konsum kann so berauschen.

Ist die Welt noch zu retten?
Die Erde steht fast still.
Gedanken liegen in Ketten.
Menschheit, die keine Zukunft will.

 

 




L E B E N S W A S S E R





Ist das Lebenswasser auch oft trübe,
hänge trotzdem deine Angel hinein
und du wirst dabei nicht müde,
wird einmal ein Fang im Netz sein.







Versuch


Winzigkeiten




Winzigkeiten



Ich glaube an die Winzigkeiten dieser Welt,

an den winzigen Sproß der Hoffnung
zwischen Mauern aus Beton,

an den winzigen Tropfen Farbe
in der Welt aus grau in grau,

an den winzigen Hauch von Wärme
zwischen Bergen aus Eisigkeit,

an das winzige Wort der Wahrheit
zwischen Fronten aus Betrug,

an das winzige Zwinkern eines Lächelns
in der Wüste der Ignoranz.






Rezept



Ich weiß nicht das Rezept
für ein Leben zu zweit,
nur einige Zutaten.


Ich möchte mit Deinen Zutaten
Nach dem Rezept suchen
Und finden - falls es eines gibt.


Dann möchte ich mit dir
so lange rühren,
so lange würzen, so lange kosten,
bis der Geschmack für uns beide sti
mmt.







So gehts



Hoffnung



M i t   D i r
Voller Strudel ist das Lebenswasser,
Berge sind wie Barrikaden aufgestellt,
das Licht der Welt wird immer blasser,
Menschenseelen pressen Kälte in die Welt.
Der Sturm quillt in unseren Lebenslauf,
die letzte Luft steht schon im Ausverkauf.

Manchmal treibe ich in der Strömung dahin.
Manchmal fehlt die Kraft um bergauf zu gehen
Manchmal frist die Kälte meinen Sinn.
Manchmal kann ich kein Licht mehr sehen.
Manchmal peitscht mich der Wind ziellos umher.
Manchmal fällt mir das Atmen schwer.

Aber mit dir schwitze ich im Frost,
gleite ich gegen den Strom, voll Zuversicht,
renne ich gegen den Wind von Nord nach Ost,
strahlt neue Hoffnung im schwachen Licht.
Mit dir laufe ich gegen Gebirge an
Und die Luft übersprüht mich voller Elan.







N E U B E G I N N

Laß uns einen Schlussstrich ziehen,
Noch einmal neu zusammen starten,
Nicht mehr vor Problemen fliehen,
aber auch nicht einfach nur warten.

Laß uns nicht weiter streiten
Und nichts zerstören im Gewühl,
nicht weiter zernerven die Zeiten.
Es ist immer noch da - mein Gefühl.

Laß uns nicht wälzen in alten Positionen
Sondern Schritte zueinander gehen,
Gefühle neu entdecken, die in uns wohnen
Und die andere Ansicht verstehen.

Laß uns den Neubeginn jetzt wagen,
durch Kompromisse zum Mittelweg,
ohne alle Momente zu zerfragen,
einfach verlassen den morschen Steg.

Geborgen




Okay










F
A R B E N
Ich wünsche dir Farben,
so bunt wie die Welt,
so klar wie grelle Töne,
pastell genug, um Ruhe zu schöpfen,
aber kräftig genug, um die richtige Farbmischung
für dich zu finden.


IM TURM

Du schließt dich ein in deinem Turm,
interessierst dich nicht mehr für die Welt,
um dich herum brodelt der Sturm,
doch alle Türen sind gründlich zugestellt.

Du willst keinem mehr eine Chance geben,
türmst den Pessimismus Stein auf Stein,
willst nur noch an deiner Trauer kleben,
mauerst dich in deinem Unglück ein.

Du kletterst höher, verschläfst dein Leben,
siehst kein Weg mehr für ein Lachen,
keine Leidenschaft, kein Streben,
willst nicht schlafen, willst nicht wachen.

Komm herunter, mach die Türen auf,
schließ dich nicht immer tiefer ein,
gib deinem Leben wieder einen Lauf
und such in der Welt dein neues Sein.





Mauer
Weghier
A N F A N G

Wieder neue Menschen
wieder übervoll der Sinn
wieder eine neue Stadt
wieder die Frage, wer ich bin?

Wieder greif ich in die Sterne
wieder steht ein Fuss im Staub,
fliegen würd ich ja so gerne,
für neue Träume bin ich noch zu taub.

Wieder schwappt die Seele,
wieder schwelgt ein neuer Mut,
Schwermut würgt noch an der Kehle,
Einsamkeit tut mir nicht gut.

Fernweh hat mich sehr geschunden,
Hoffnungen abermals verkleistert,
Heimat noch immer nicht gefunden,
und welche Gefühle sind gemeistert?

Ich renne durch das Leben,
kämpfe durch die Welt,
will zu neuen Horizonten streben,
doch die Fragen sind erst gestellt.





Es war wie immer:
Es gab da wichtige ökonomische Interessen.
Es gab da immer wieder einen Anlass.
Es gab zu wenige, die sich dagegen wehrten.
Es berührte uns ja zuerst kaum.

Es wurde gemordet.
Es wurde gequält.
Es wurde gemetzelt,
Immer effektiver,
Immer offener,
-unaufhörlich.

Es war ja auch so einfach.
Die angegriffenen wehrten sich kaum.
Unser Wohlstand vergrößerte sich merklich.

Es war wie in jedem Krieg.
Natürlich waren die anderen Schuld.
Die Krieger sagten:"Die Menschen wollen Wohlstand."
Die Industrie sagt:"Die Bevölkerung ist schuld,
wir machen nur mit."
Die Politiker sagten:"Wir müssen der Industrie Zeit lassen, damit sie friedlich werden kann."

Keiner hatte eine Kriegserklärung gegeben
und doch machte die ganze Welt mit.
Die Stimmen für die Opfer mehrten sich.
Aber es ging immer so weiter.
Bald wurden keine Waffen mehr verwendet.
Die Opfer waren schon so angeschlagen,
dass sie nur noch vor sich hin vegetierten.


3. Weltkrieg - Rückblick
aus dem 21. Jahrhundert




Idiot Und dann kam die Zeit, wo alle alles einsahen,
weil die Gifte nun auch auf die Aggressoren wirkten. Die meisten konnten sich mit
umfangreichen Gegengiften und Schutzmassnahmen retten.
Die Opfer waren schutzlos.

Und so haben wir sie ausgerottet -
UNSERE NATUR

 

Fragezeichen

November


Wollen wir im November

die Weite der Erinnerungen auch
in die Enge der Gewohnheiten retten,



den funkelnden Lichtstrahl auch
durch Alltagswolken brechen lassen,


durch goldene Herbstfarben auch
das Großstadtgrau überleuchten lassen,


die Ruhe für ein Lächeln auch in einer termingehetzten Zeit erkämpfen ?






DAS GEFÜHL ZWISCHEN
GEHEN UND STEHEN




Es ist nicht mehr die Lähmung
und auch nicht mehr das Stehen,
es ist noch lange kein Schwung,
doch es ist schon fast ein Gehen.



Die Kraft steht auf dem Sprung,
kann sich noch nicht entfalten,
der neue Mut ist noch jung,
kann noch nicht wieder richtig walten.


Heultante



Enttäuschte Hoffnungen
sind schlimmer
als gar keine Hoffnungen.


Wer einen Menschen
ohne Fehler kennt,
der kennt ihn nicht.



Wer seine eigenen Grenzen
nicht kennt,
der kann sie auch nicht
bei anderen akzeptieren.


Wer seine Richtung
nicht ändern kann,
kommt aus keiner Sackgasse.

Jetzt kommen gleich ganz kluge Sprüche

genug gelesen?